Ich bin nicht so der Milch-Typ und habe um Tubeless bisher einen Bogen gemacht. Ich denke, dass ich den Vorteil nicht merken würde und ich hätte keine Lust auf das Gesabber, wenn ich mal den Reifen tausche oder das Rad saubermache. Jetzt kommt TUBOLITO.

Auf der Eurobike bin ich am Stand von RTI Sports auf die orangefarbenen Schläuche von TUBOLITO aufmerksam geworden. Zweimal robuster wie Standardschläuche und 65% Gewichtseinsparung versprachen die Letter an der Wand und eine Waage vor Ort bestätigte das Leichtgewicht.

schwarz, blau oder doch orange

OK, ähnliche Schläuche gibt es schon in blau und damit habe ich gar keine guten Erfahrungen gemacht. Was ist jetzt der Unterschied zu normalen Gummi-Schläuchen oder den blauen Pendants? Nur die Farbe? TUBOLITOs kommen in einem grellen Orange. Ist das alles?

TUBOLITO Schläuche sind vom gleichnamigen Startup aus Österreich. Genau genommen aus Wien. Gefertigt werden die Schläuche, die es mittlerweile für die verschiedenen Radtypen gibt, in Europa. In Deutschland werden sie von RTISPORTS vertrieben und sind bereits in diversen Online-Shops bestellbar. Pro Schlauch muss man rund 29,90 € über die virtuelle Ladentheke schieben.

Ich habe zwei TUBO-MTB-27,5 zum Testen erhalten. Erst dachte ich, dass die TUBO-MTB-27,5+ die bessere Wahl für mein E-Bike wären, da diese extra für E-MTB ausgezeichnet sind. Aber damit meint man eigentlich nur die Versionen, die 650B-Reifen – also Plus-Bereifung – draufhaben. Normale eMTBs können die 27,5-Version (1,8″-2,4″) fahren. Ein wenig widersprüchlich…

Zwei Varianten

Die TUBOLITO gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Eine normale Version mit fest montiertem Ventilschaft, die die Bezeichnung TUBO-MTB trägt und für die Größen 29″, 27,5+, 27,5″ und 26″ erhältlich ist. Es gibt aber auch einen Ultralight-Schlauch S-TUBO-MTB, der durch ein herausschraubbares Ventil extrem platzsparend zusammengerollt werden kann (∅ 3,5 x 5cm Höhe). Die S-Version ist noch mal um fast die Hälfte leichter wie die normale Version ohne Einbußen auf die Pannensicherheit. Die S-Variante ist rund 3,00 € teurer.

Ich habe meine Testschläuche gestern in mein Haibike mit 2,4″ Mountain King von Continental verbaut und bin gespannt, wie sich die orangen Teile anfühlen und fahren. Der Einbau wurde genauso vollzogen wie ich auch einen Gummischlauch einbauen würde. Lediglich sollte darauf geachtet werden, dass die aus Thermoplast gefertigten Schläuche ohne Mantel nicht zu viel aufgepumpt werden. Aber nachdem sie im Mantel saßen habe ich sie – wie ich es immer mache – mit rund 4 Bar aufgepumpt, um den Mantel gut in die Felge zu setzen. Nach ca. einem Bar den Reifen kurz durchgewalkt und dann gib ihm. Wenn der Reifen gut sitzt wird der Druck auf das gewohnte Niveau wieder abgelassen. In einem MTB-Forum habe ich gelesen, dass die Schläuche knapp neben dem Ventil an der Nahtstelle den Reifen ein wenig weich und unausgefüllt lassen. Dies kann ich bei meinem Einbau nicht bestätigen. Der Schlauch fügt sich rundum sauber in den Reifen ein und hinterlässt keine Dellen oder Beulen.

Vor dem Einbau habe ich die TUBOLITOs natürlich auch auf die Waage gelegt. Komischerweise waren meine Schläuche noch mal 7g leichter wie die Angabe auf der Verpackung. Ob meine Briefwaage da eine Macke hat… Egal, 7g sind Peanuts im Gegensatz zu meinen bisher gefahrenen Gummischläuchen, die mit 141g (Schwalbe 19A) bzw. 206g (Schwalbe 19) zu Buche schlagen.

Was mir nicht so gefallen hat war das Ventilverschluss-Deckelchen. Mit groben Fingern war das Gewinde der Plastikkappe schnell überdreht. Ich hoffe es wird halten. Auch sind die orangefarbenen Ventilschäfte gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Sache. Aber vielleicht kann man mit ein paar Zentimeter Schrumpfschlauch das Ganze auf schwarz pimpen. Zumindest erkennt man so auf Anhieb, wer mit den neuen TUBOLITO unterwegs ist. Der schwarze O-Ring aus Gummi ersetzt die herkömmliche Ventilschaft-Mutter.

Für die TUBOLITO Schläuche gibt es ein extra Flicken-Kit (TUBO-FLIX-KIT, 9,90 €) mit Kleber und 10 Flicken in der Größe 4x4cm. Handelsübliche Patches sollen nicht auf dem Schlauch halten.

Ich bin gespannt, wie sich die TUBOLITO in der Praxis bewähren. Mit meinen Gummi-Schläuchen bin ich bisher -ohne besonders viele Pannen zu haben- durchs Leben gefahren. Auch ein Grund, warum ich nie auf Tubeless umgerüstet habe. Auf meinen nächsten Touren werde ich aber zwei herkömmliche Ersatzschläuche aus Gummi im Rucksack mitnehmen. Sicher ist sicher…