Jetzt wo die sudelige Jahreszeit da ist, kommt man immer wieder in die Verlegenheit, dass man sein E-MTB nach der Schlammschlacht auf dem Trail wieder nach Hause transportieren muss. Nicht jeder wohnt direkt an „seinem“ Hometrail. Wenn man Glück hat, kann man den Dreckhobel auf den Heckträger packen. Aber wenn ein solcher nicht vorhanden ist, dann bedeutet das, sich eine Fuhre Matsch und Feuchtigkeit mit ins Innere des Autos zu laden. Beides keine gute Idee bei dieser Jahreszeit.

Der Dreck bleibt draußen

Auch wenn man das Wageninner mit Decken oder Planen schützt – spätestens zuhause muss das Bike einer Wäsche unterzogen werden. Aber man kann vielleicht nicht mal so eben einen Gartenschlauch im Hinterhof oder auf der Straße auspacken, um dem heiß geliebten Bike eine Wellnessbehandlung angedeihen zu lassen. Mitten in der Großstadt undenkbar.

Abhilfe kommt von WORX in Form eines mobilen, durch einen Akku angetriebenen Hochdruckreinigers. Das handliche Gerät nennt sich WORX Hydroshot* und wird durch einen 20V-Akku gespeist und ist somit unabhängig von einer Steckdose auch mitten im Wald oder auf dem Parkplatz am Trail zu betreiben. Das einzige, was man noch braucht, ist ein mit Wasser gefüllter Kanister.

Ich habe ein Gerät von der Fa. Prositec zur Verfügung gestellt bekommen, um zu testen, was es verspricht. Aber vorher ging es raus auf den Trail, um dem Bike samt Fahrer mal wieder eine dicke Schlammpackung zu verpassen.

Akku-Sharing ist angesagt

Wenn man noch kein Akku-Gerät aus der WORX-PowerShare-Serie sein eigen nennt, sollte man zu dem Hydroshot WG629E greifen. Bei diesem Modell wird ein 2-Ampere-Akku samt Ladegerät mitgeliefert. Wer bereits einen 20V-Akku besitzt und dieser das WORX-PowerShare unterstützt, kann den Hydroshot auch ohne Akku kaufen und vorhandene Akkus verwenden.

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Hydroshot selbst eine kurze Lanze, eine Verlängerung von 40 Zentimetern und ein 5-fach-verstellbarer Sprüh- und Reinigungskopf. Ebenso befindet sich ein 6 Meter langer Schlauch und ein Aufbewahrungsbeutel im Lieferumfang. Der Saugschlauch verfügt über einen Ansaugfilter, Schwimmkugel, Befestigungsklammer für den Eimer und einen Steckanschluss im Gardena-Format, um ihn am Hydroshot anschließen zu können. Weiteres Zubehör wie eine Schaumkanone, Waschbürste oder ein Anschluss, um eine handelsübliche 2-Liter-Wasserflasche direkt an das Gerät andocken zu können, stehen im Zubehörregal bereit.

Also zurück vom Trail steht nun das mit Matsch besudelte Bike am Auto. Das mit Akku ca. 1,3 kg leichte Gerät ist schnell aus dem Kofferraum geholt. Das notwendige Wasser kommt aus einem 12 Liter-Wasser-Falt-Kanister. Diese Menge reicht locker, um das Rad gründlich abzuduschen. Bei noch feuchtem Matsch gar kein Thema. Wenn man möchte, könnte man den Saugschlauch auch direkt in einen Bach, Trog oder ähnliches reinhängen. Der vorhandene Ansaug-Filter hält den groben Schmutz aus dem Gerät raus. Sogar Salzwasser soll dem Hydroshot nichts ausmachen. Aber wer will sein E-Bike schon mit Salzwasser waschen? Laut Datenblatt genehmigt sich der Hydroshot 120 Liter Wasser pro Stunde.

30 Sekunden pro Liter

Wer es noch kompakter haben möchte, kann auch zum Wasserflaschen-Adapter* greifen. Die Freude ist dann aber nicht von langer Dauer. Ich habe es mit einer handelsüblichen 1,5-Liter-Flasche getestet. Bei meinen verfügbaren 2-Liter-Flaschen war die Öffnung zu groß und der Adapter passte nicht. Die 1,5 Liter waren aber in ca. 50 Sekunden durchs Gerät gesaugt und es blieb ein Rest in der Flasche, weil der Ansaugschlauch des Adapters nicht bis zum Flaschenboden reichte. Die ca. 10 Euro für den Adapter kann man sich getrost sparen. Außerdem hat der Adapter zwei kleine Lüftungsbohrungen im Deckel. Somit wird kein Unterdruck in der Flasche erzeugt. Bedeutet aber auch, dass die Flasche inkl. Adapter nicht dicht und somit nicht transportabel ist. Ein Basteltipp, den ich auf YouTube gefunden habe, zeigte, dass die Flasche auch ohne Adapter an das Gerät geschraubt werden kann. Wenn man dann ein Loch in den Flaschenboden bohrt und das Gerät samt Flasche auf dem Kopf stehend betreibt, funktioniert es auch. Aber praktikabel ist was anderes.

22 Bar für dicke Batzen

Also den Saugschlauch in den Kanister gehängt und am Gerät angeschlossen. Durch die Länge von 6 Metern hat man genügend Spielraum, um sich um das E-Bike zu bewegen, ohne dass man einen Wasserträger benötigt. Der Hydroshot verfügt über zwei Pressure-Stufen – Low und High. Mit einem Druckknopf, den man gut mit dem Daumen oben am Gerät erreichen kann und mit H/L bezeichnet ist, kann man zwischen 6,5 und 22 Bar Wasserdruck umschalten. Die 6,5 Bar sind für leichte Verschmutzungen ausreichend. Die 22 Bar hingegen lassen auch festere Dreckbatzen fliegen. Aber Achtung: auch sollte bei dieser Reinigungsart darauf geachtet werden, dass die Lager und der Akku des E-MTB nicht zu sehr „unter Druck“ gesetzt werden. Zwar kann ein herkömmlicher Hochdruckreiniger das X-fache an Druck erzeugen, aber der Akku und die Lager danken es einem, wenn man sie ein wenig ausspart.

An das Grundgerät kann man die ca. 15 Zentimeter lange Lanze mit einer 1/4-Umdrehung anschließen, worauf ein 5-fach verstellbarer Sprühkopf aufgesteckt wird. Hiermit kann man zwischen einem 0°, 15°, 25° und 40° Hochdruckstrahl und einem Gießstrahl wählen. Mit der 25°-Einstellung ging nach meinem Eindruck die Reinigung am einfachsten. Mit der kurzen Düse lässt sich das Gerät prima mit einer Hand bedienen. Nutzt man die Verlängerung kann man beim Waschen des Bikes etwas weiter entfernt stehen. Auch erhöht sich durch die Verlängerung der Druck. Man kann das Gerät zwar immer noch mit einer Hand bedienen, aber um genauer zu zielen bedarf es dann schon der zweiten Hand als Stütze.

Schnell gemacht

Ein Punkt weg und das E-Bike ist sauber.

Ein Punkt weg und das E-Bike ist sauber.

Je nach Gründlichkeit kommt man mit 10 bis 15 Liter Wasser locker hin, um das E-MTB von Dreck und Schlamm zu befreien. Wenn jeder Bike-Buddy seinen eigenen Kanister mitbringt, können mit einer Akku-Ladung bis zu drei Räder gesäubert werden. Mit einer praktischen Anzeige am Akku kann man die verfügbare Power jederzeit kontrollieren. Will man mehr, kann man auch auf größere Akkus mit mehr Ampere aus dem Zubehörsortiment zurückgreifen.

Fazit: Ich finde den WORX Hydroshot* schon sehr praktisch. Gerade weil ich oft mit dem Wohnmobil unterwegs bin und mein Bike auch mal unterwegs waschen möchte ein tolle Bereicherung. Wasser bekommt man unterwegs ohne Probleme und eine 15-Minuten-Wäsche und das Rad kann sauber verstauen werden und ist für die nächste Schlammschlacht gerüstet. Aber auch Zuhause leistet der Hydroshot gute Dienste. Mit dem Wasserschlauch ist das Bikewaschen immer ein Gefummel. Der Hydroshot ist schnell einsatzbereit und genauso schnell wieder weggeräumt. Ein wenig hakelig ist der Schlauchanschluss am Gerät selbst. Der Connector ist halt kein Original von Gardena. Vielleicht funktioniert er geschmeidiger wenn er mehrmals benutzt wurde. Ein ganz großer Vorteil: Man kann den Dreck dort lassen wo er herkommt – im Wald.

Den WORX Hydroshot bekommst Du im Baumarkt oder bei Amazon*.

* Amazon-Partnerlink – Vielen Dank für Deine Unterstützung