Es klingt wie die „Gerontologisierung“ des Mountainbike-Sports: sanfte Metzger, ehrliche Lügner, gnädige Finanzbeamte – was hat Mountainbiking bitte schön mit E-Antrieb zu tun? Wozu braucht man für einen Sport, der eben dies nicht hat (und braucht), einen Hilfsantrieb? Diese Frage haben sich schon viele Bike-Begeisterte gestellt und mit einem unbehaglichen Gefühl in der Magengrube sofort wieder aus ihrem Gedächtnis vertrieben.

Man radelt schließlich nicht, um von A nach B zu kommen, sondern weil der Weg das Ziel ist. „Der Weg“, das sind Strecken, die diese Beschreibung im Idealfalle gar nicht verdient haben. Das sind Routen, an denen man oft genug vor der Frage steht, ob es sich dabei überhaupt noch um solche handelt. Roland Eschler aus Zürich weiß dies selbst ziemlich gut. Er hat ein Faible für das „Radeln“ durch die Schweizer Bergwelt und hatte niemals Zweifel, dass ein Mountainbike nur einen Antrieb kennt, nämlich die gut proportionierten Muskelgruppen unterhalb seiner Hüften.

Das ging so lange gut, bis er Giacomo Carcangiu kennenlernte. Der italienische Ingenieur, der bis dahin seinen Fokus hauptsächlich auf Motorrennsport und Industrieautomation hatte, stellte ihm ein revolutionäres Konzept vor, das auch einen begeisternden Sportbiker nachdenklich werden lässt. Denn wer sagt denn, dass der Antrieb ausschließlich dazu genutzt werden muss, um auf einen hohen Berg zu kommen? Wer sagt denn, dass ein Fahrradantrieb schwer sein muss – denn Roland Eschler weiß aus eigener Erfahrung, dass oben auf dem Berg das Bike auch gerne mal über der Schulter zur nächsten Abfahrt getragen werden muss.

Zusammen entwickelten sie dann den bimoz, einen der leichtesten Fahrradantriebe der Welt – als Nachrüstsatz für fast jedes Fahrrad. Ohne technisches Verständnis lässt sich der bimoz innerhalb von 30 Minuten an jedes x-beliebige Fahrrad nachträglich montieren. Als Direct Drive hat er alles das, was an einem steilen Berg benötigt wird: keine Zahnräder! Der Support wird über ein „high performance“-Magnetsystem ermöglicht.

„Die 250 Watt sind ausreichend, um kurzfristig Unterstützung zu bekommen – aber das ist nicht wahrhaft genial …“, so Roland Eschler. „Mit dem bimoz trainiere ich Bergfahrten, obwohl ich auf einer flachen Landstraße fahre. Über die bimoz-App kann ich mir einen Widerstand programmieren, der meinem Leistungsanspruch gerecht wird. Ich gebe zu, das sieht ziemlich bescheuert aus, wenn ich schwitzend und schnaufend durchs Flachland radele, aber der Trainingseffekt für die hohen Berge ist enorm!“

Über die App sind mehrere praktische Features möglich: Cardiotraining mit Pulsfrequenzabfrage, Routenrecording, Sharing mit Freunden etc. Dadurch wird der Antrieb zum genauen Gegenteil – nämlich zum Fitnesstrainer auf der Straße. Mit unter zwei Kilogramm Gesamtgewicht – also inklusive Akkupack – wiegt der Antrieb so wenig, dass er beim Tragen des Fahrrades buchstäblich „nicht ins Gewicht fällt“.

bimoz: ein Leichtgewicht mit Intelligenz.

Beginnen wir bei dem Gewicht: Der als Nachrüstsatz konzipierte Antrieb hat ein Gesamtgewicht (inklusive Akkupack) von gerade einmal 1,97 kg. Nach bisheriger Recherche ist das Weltrekord in diesem Bereich der Fahrradmotorisierung.

Das patentierte Antriebssystem erhält seine Kraft von zwei Akku-Varianten. Der Standard-Akku mit einer Leistung von 14 V/80 Watt/h ermöglicht, abhängig von Geschwindigkeit, Umgebung und Fahrverhältnis, eine Reichweite von 40 bis 60 km. Der XL-Akku wird in Abhängigkeit von Geschwindigkeit, Temperatur und Topografie einen Support des bimoz von 130 bis 150 km ermöglichen (bis zu 1.000 Ladezyklen, Ladezeit 3 Stunden). Der Akku kann abgenommen und zu Hause an der Ladestation geladen werden. Leider passen gängige Wasserflaschen-Akkupacks nicht an den bimoz, da im Akkupack auch die Steuerung integriert wurde. Der wartungsfreie Direktantrieb erzeugt keine Geräusche. Im ausgeschalteten Zustand verändert er die Fahreigenschaften des Fahrrades nicht.

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Über die Bedieneinheit wird der bimoz eingeschaltet und kann stufenlos auf den benötigten Support gestellt werden. Der Antrieb verfügt über ein Drehmoment von bis zu 50 Nm (Höchstgeschwindigkeit 25 km/h). „Ich gebe zu, dass ich hier in der Schweiz auch gerne mal ein bisschen die Aussicht genießen möchte, und dabei hilft mir ab und zu auch der bimoz …“, meint Roland Eschler, der als Produktmanager allerdings zurzeit mehr mit der Vermarktung des bimoz zu tun hat. Derzeit bereitet er sich auf eine Crowdfunding-Kampagne vor, um den Start dieses innovativen Produkts voranzubringen. Er ist überzeugt, dass die Argumente für den bimoz zum Erfolg dieses Produktes führen.

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Der bimoz wird ab dem 16. März auf der Crownfundingplattform Indiegogo als „Early Bird“ für unter 1.000 Euro angeboten – bei der Vielfalt an Möglichkeiten und Vorteilen geradezu ein Schnäppchen. So wird der Boom der Pedelecs durch dieses innovative Produkt einen weiteren Schub erfahren, denn der bimoz kann an nahezu an ALLEN Fahrrädern nachträglich installiert werden. (www.bimoz.ch)

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Vorteile auf einen Blick:

  • Mittelmotor mit bester Kraftverteilung
  • nachrüstbar an fast jedem Fahrhrad (auch Mountainbikes/leichte Montage)
  • Fahren ohne Antrieb reibungslos und ohne Änderung des Fahrverhaltens
  • wenige Komponenten/wartungsfreie Konzeption
  • abnehmbarer Akku
  • über eine App sind unterschiedliche Trainingsmodi anwählbar

Technische Daten:

Gesamtgewicht Motor + Standard-Akku: 1.97 kg
Motor:
Typ : Integrierter, kupplungsloser Direktantrieb; proprietärer, hocheffizienter Permanentmagnetmotor
Leistung: 250 Watt
Gewicht: 1.37 kg
Maximales Drehmoment: 50 Nm
Schaltpunkterkennung : Ja
Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h (gesetzlich beschränkt auf 25 km/h)

Standard-Akku:
Gewicht: 0,60 kg
Kapazität: 80 Watt Stunden
Spannung: 14 V
Reichweite: 40 – 60 km
Dauer: 1,5 Stunden bei 50% Last

XL-Akku:
Gewicht: 1,20 kg
Kapazität: 220 Wh
Spannung: 14V
Reichweite 130 – 150 km
Dauer: 3 Stunden bei 50%
Akkutyp : Verschlossen, wartungsfrei, Lithium-Polymer

Batterieladegerät Gewicht: 350 g
Akku-Ladezeit : Ca. 3 h

Reichweite allgemein: Abhängig von Geschwindigkeit, Gelände, Fahrergewicht , Fahrbedingungen

Bild mit freundlicher Genehmigung von bimoz / Roland Eschler

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