Bisher kannte ich die Marke Wicked Chili nur in Form von Ersatzakkus für meine GoPro. Bis ich von ihnen eine Mail bekommen habe, ob ich nicht Lust hätte, eine Handyhalterung für das Fahrrad von ihnen zu testen. Also habe ich mich ein bisschen eingelesen und auf einmal sah ich hier und da die robusten Handyhalterungen an Fahrrädern. Selbst Geocaching-Kollegen sind mit Halterungen von Wicked Chili im Wald unterwegs.

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Für diesen Test habe ich mir zwei Hüllen bzw. Halterungen für das iPhone 6S ausgesucht. Ebenso eine KFZ-Halterung, die mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigt wird. Gedacht war, die verschiedenen Handyhalterungen mit deren verschiedenen Befestigungsarten untereinander auf Kompatibilität zu testen. Es gibt bei meinen Outdoor-Aktivitäten verschiedene Szenarien, die ich mit dem Handy abdecken möchte. Oft kommt es vor, dass ich mit dem Auto oder Wohnmobil unterwegs bin und schnell mal rechts ran fahre, um einen Geocache einzusammeln. Dabei muss das Handy im Auto eine feste Halterung haben, aber auch so flexibel zu entnehmen sein, dass es ohne viel Gefummel schnell mal mitgenommen werden kann. Aber die Halterung sollte auch genauso schnell am Rad befestigt und wieder gelöst werden können. Außerdem sollte die Hülle robust sein, damit man das Handy auch beim Mountainbiken oder Klettern geschützt hat.

Transparenz-Hinweis: Ich habe die Artikel für diesen Blogpost von Wicked Chili kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen, um mir selbst ein Bild von den Handyhalterungen zu machen. Dies beeinflusst jedoch nicht meine persönliche Meinung zu den Produkten. Die Links mit * sind Amazon-Partner-Links. Bei diesen Links erhalte ich eine kleine Provision um diesen Blog zu finanzieren. Für Dich wird es nicht teurer dadurch. Vielen Dank für Deine Unterstützung.

Meine Wahl fiel auf das Tour-Case* und das Rain-Case 3.0* jeweils kompatibel zu Apples 4,7″ iPhones wie das 6S und eine Universal-KFZ-Halterung* von Wicked Chili. Weitere Bike-Halterungen von Wicked Chili* gibt es auch für andere Handymodelle wie z.B. Samsung.

Beide Cases sind ähnlich aufgebaut. Beide sind aus Kunststoff gefertigt und haben eine Front, die sich nach oben aufklappen lässt und mit einer Touch-sensitiven Folie ausgerüstet ist. In beiden schlummert ein Silikonbumper, der das iPhone jeweils passend und vor Schlägen geschützt aufnimmt. Bumper und Case sind an der Kamera extra ausgespart, damit auch Fotos geschossen werden können, wenn sich das Phone in der Hülle befindet.

Die Verriegelung

Die Verriegelung der Hüllen ist bei beiden Modellen unterschiedlich ausgeführt. Das Tour-Case hat jeweils rechts und links einen Einwegeschnapper und an der unteren Kante neben der Ladebuchse eine Verriegelung, die fest einrastet. Nach meiner Meinung zu fest, denn sie lässt sich sehr schwer öffnen. Das Rain-Case verfügt hier an der Unterseite auch über einen Einwegeschnapper und an den Seiten jeweils über ein Zweiwege-Verschlusssystem. Die Laschen werden erst auf der Vorderseite eingehängt und dann nach hinten hin eingeklappt. Ähnlich einem Verschluss an einem Werkzeugkoffer. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, aber ich denke, dass die Zweiwege-Version des Rain-Case langlebiger wäre.

Bei beiden Hüllen ist für die Bedienung in der Frontklappe eine sensitive Folie verbaut worden. Der Homebutton wurde bei beiden durch eine kleine weichere Folie ausgebildet und bei beiden kann der Homebutton ohne Einschränkung bedient werden. Es funktioniert sogar der Fingerprintsensor ohne Einschränkungen. Im Gegensatz zum Tour-Case wurde beim Rain-Case nur der Powerknopf nach außen geführt. Man kann also die Lautstärke nicht wie beim Tour-Case über die seitlichen Buttons bedienen. Behelfen kann man sich hier aber mit dem AssistiveTouch-Tool, das man bei iOS unter den Bedienungshilfen einstellen und nach eigenen Wünschen konfigurieren kann. Im übrigen ist dieses Tool auch hilfreich, wenn das iPhone mit sensitiven Handschuhen bedient werden soll.

Anschluss nach außen

Das Tour-Case ist nach IPX5-Standard konstruiert, was einem Schutz gegen Strahlwasser einer Düse aus beliebigem Winkel entspricht. Das Rain-Case ist nur nach IPX4 und somit vor allseitigem Spritzwasser geschützt. Das hat wiederum Vor- bzw. auch Nachteile. Das Tour-Case ist so aufgebaut, dass man auch während der Benutzung das Ladekabel und den Klinkenstecker durch den Bumper ins Innere der Hülle einführen kann und der Bumper beide Stecker dicht umschließt. Beim Rain-Case gibt es zwar auch Öffnungen für die beiden Stecker, jedoch sind diese nicht eng vom Bumper umschlungen und dort könnte Wasser in das Case gelangen. Zumal der untere Verschlussschnapper offen bleiben muss, wenn das Ladekabel eingesteckt werden soll. Wenn keine Kabel eingesteckt sind, können bei beiden Hüllen die Öffnungen mit kleinen Plugs verschlossen werden. Diese sind auch fest an den Hüllen befestigt und können so nicht verloren gehen.

Beim Rain-Case wurde auch daran gedacht, den Ton des Lautsprechers über einen kleinen Kanal nach außen zu führen. Auch das Mikrofon verfügt über einen solchen Tonkanal. Beide sind wiederum mit einer Membrane in der Frontklappe verschlossen und somit wassergeschützt. Der Ton des iPhone klingt zwar dadurch etwas blechern, aber im Gegensatz zum Tour-Case kann man etwas hören, ohne dass man Kopfhörer benutzen muss. Denn beim Tour-Case wurde darauf verzichtet. Die Hülle schließt hermetisch ab und der Ton des iPhone ist nur ganz schlecht zu hören. Auf einer Radtour versteht man nichts.

Befestigung am Rad

Die beiden Halterungen der Cases sind grundverschieden. Die des Tour-Case* ist groß und dadurch klobig, die des Rain-Case 3.0* etwas kleiner und wird nur mit zwei Kabelbindern am Fahrrad befestigt. Leider sind beide Halterungen untereinander nicht wie gehofft kompatibel.

Das Rain-Case wird mit einer QuickFix-Halterung am Rad befestigt und lässt sich somit leicht von der Halterung lösen. Ein einfacher Druck auf die beiden Verriegelungsknöpfe auf der Seite der Halterung und das Rain-Case kann einfach entnommen werden. Das Tour-Case wird auf seiner Halterung aufgesteckt und mit einem kleinen Klack nach unten eingerastet. Abnehmen ist da schon etwas schwieriger. Gerade wenn man Handschuhe trägt und den kleinen Entriegelungsknopf nicht gleich trifft, wird es schwer. Gleichzeitig mit Drücken des Entriegelungsknopfs muss die Hülle nach oben geschoben werden und kann dann vom Fahrrad abgenommen werden. Es geht, ist aber weitaus fummeliger als bei der QuickFix-Halterung des Rain-Case. Laut Herstellerbeschreibungen gibt es verschiedene Halterungen die mit dem QuickFix-System ausgestattet sind. Darauf sollte man beim Kauf achten wenn dies einem wichtig ist. Ich hatte vermutet das Wicked Chili ein und die selbe Klick-Lösung auf allen Haltern hat.

Im Vergleich der beiden Test-Kandidaten liegt aber die Halterung des Tour-Case weit vorne. Einmal ans Rad montiert, hält diese bombenfest. Die Halterung ist mit zwei Gummilaschen auch auf die verschiedenen Lenkerdurchmesser anpassbar und wird mit einem Kreuzschraubendreher festgezogen. Die Feinjustage erfolgt über einen Kugelkopf und Schraubkranz, der die Hülle in jeder Lage fest justiert. Leider macht das Ganze den Aufbau am Lenker sehr klobig und das Handy ragt weit nach oben. Bei einem Tourenrad eventuell zu vernachlässigen. Bei einem Mountainbike eher unschön und bei einem Sturz eventuell sogar gefährlich.

Die QuickFix-Halterung des Rain-Case wird nur mit zwei wieder zu öffnenden Kabelbindern am Lenkrad oder am Vorbau befestigt. Damit das Ganze sich nicht verdreht, werden zwei selbstklebende Moosgummistreifen mitgeliefert, die um den Lenker geklebt werden sollen. Die Befestigungsart hat mich jedoch wenig überzeugt. Auf der einen Seite möchte ich nichts an meinem Lenker festkleben und die beiden Kabelbinder haben nicht so den Zug, dass die Halterung sich beim Trailfahren mit dem Mountainbike nicht doch verdreht. An meinem TERN-Faltrad befestigt und mit einem Gummiband unterlegt sah die Sache schon haltbarer aus. Aber auch hier ist eine Bedienung nur mit einem Gegendruck machbar. Ein einfacher Druck auf den Homebutton alleine genügt, dass die Halterung etwas nachgibt. Man muss schon stehen bleiben, um das Telefon bedienen zu können. Hierbei habe ich es meist mit den anderen Fingern gestützt.

Und sonst noch?

Beide Hüllen sind vom Gewicht her in etwa gleich. Beide sind recht klobig, was ein einfaches „in die Tasche stecken“ schon erschwert. Pluspunkt hier für das Tour-Case*. Dieses hat unten auf der Rückseite eine kleine Öse, wo ein mitgeliefertes Lanyard eingeklinkt werden kann. So kann man das Case samt Handy auch mal um den Hals hängen oder irgendwo befestigen, wenn man beide Hände frei haben möchte. Dies kommt beim Geocachen schon öfter mal vor.

Leider war auch der Wunsch der Kompatibilität der KFZ-Saugnapf-Halterung zu den beiden Hüllen nicht gegeben. Auch hier setzt Wicked Chili wiederum auf ein eigenes Klicksystem. Ähnlich dem des Rain-Case mit 4 Haltenasen, aber das Rain-Case lässt sich nicht an der KFZ-Halterung fest klicken. Umgekehrt lässt sich jedoch die Universal-Klemmhalterung der KFZ-Halterung am QuickFix-Mount einklinken. Aber wer will das schon.

Mein Fazit

Die Erfüllung meines Wunsches nach Kompatibilität blieb leider aus. Mein Favorit in diesem Test ist ganz klar das Tour-Case*, weil es die bessere Halterung am Rad hat. Jedoch bleibt hier der Ton wie z.B. Ansagen des Navis auf der Strecke, wenn man keine Kopfhörer benutzen möchte. Auch dass man das Case mal eben mit einem Lanyard umhängen kann, ist für Outdoor-Aktivitäten von Vorteil. Ich sehe beide Halterungen aber eher im Bereich der Touren-E-Bikes und weniger bei ambitionierten E-Mountainbikern am Lenker.

Beide Hüllen kosten so um die 25 € und dafür tun sie das, was sie sollen: Sie schützen das Handy vor Nässe, Dreck und Erschütterungen.